Marokko

Studienreise Marokko 2017

Das Amt für Jugendarbeit hat vom 5. – 11. November 2017 eine Studienreise nach Rabbat für JugendarbeiterInnen angeboten. Die Studienreise hat den JugendarbeiterInnen die Möglichkeit geboten, hautnah das Leben in Marokko und das Gebiet und die Menschen in Fkih Bensalah kennen zu lernen und andererseits dadurch mehr Sensibilität im Umgang mit marokkanisch stämmigen Jugendlichen zu bekommen. Von den Jugenddiensten waren Melanie Kemenater und Michael Nußbaumer vom Jugenddienst Unterland und Konrad Pamer vom Jugendbüro Passeier bei der Studienreise mit dabei.

Hier ein kleiner Erlebnisbericht von Melanie Kemenater und Michael Nußbaumer:

Tag 1
Wir sind um 6.30 frisch und munter in den Bus eingestiegen, der uns direkt nach Mailand Malpensa brachte. Nachdem wir im Flughafen Malpensa angelangt sind, sind wir bei Regen ins Flugzeug gestiegen und nach drei Stunden entspannt in Casablanca angekommen. Die Flugzeit wurde genutzt um sich bereits mit den Basics der marokkanischen Kultur und Sprache etwas vertraut zu machen. In Casablanca angekommen brachte uns ein Bus direkt nach Rabat wo wir ihm Haus des Vorsitzenden des Bassma Vereins herzlichst empfangen und bewirtet wurden und uns gegenseitig kennenlernen. Anschließend wurden wir auf die Gastfamilien aufgeteilt und haben einen spannenden ersten gemeinsamen Abend in der Gastfamilie verbracht. Nach einem leckeren Abendessen und spannenden Diskussionen über die kulturellen Unterschiede, stellte man doch relativ schnell fest, dass uns doch sehr viel mehr verbindet, als auf den ersten Blick ersichtlich zu sein scheint...

Tag 2
Am zweiten Tag wurde uns, nach einem ausgiebigen traditionellen Frühstück, der Bassmaverein und die Organisation Orizont vorgestellt. Die Vereine setzten sich für benachteiligte Kinder, Frauen und Jugendliche ein. Am Nachmittag stand eine Besichtigung Rabats mit den Gastfamilien auf dem Programm. Diese haben sich sehr viel Mühe gegeben, um uns ihre Stadt und Kultur näher zu bringen

Tag 3
Am dritten Tag unserer Marokko Studienreise haben wir ein Jugendzentrum in Rabat besucht um deren Realitäten auch live kennenzulernen. Nach einem kurzen Tätigkeitsbericht der Strukturleiterin hatten wir auch die Möglichkeit Fragen zu stellen und Vergleiche mit unseren Jugendzentren zu machen. Im Gegensatz zu den meisten Jugendzentren in Südtirol war die Ausrichtung des Programms und des Angebotes stark strukturiert und vom Ministerium vorgegeben, weniger von der Struktur selber geplant, wobei es jedoch regionale Anpassungen gibt. Jugendzentren in Marokko legen ihr Hauptaugenmerk vermehrt auf Sport, Theater, Informatik und Umwelt, weniger auf den Treff als Ort zum abhängen. Gegen 11 Uhr hatten wir die eher seltene Gelegenheit eine kleine Koranschule zu besuchen, dem Lehrer Fragen zu stellen und den Kindern (zwischen 3-5 Jahre) beim Aufsagen einiger Koranpassagen zuzuhören. Gegen Mittag gab es ein gemeinsames Mittagessen in der Medina (Altstadt).

Tag 4
Am vierten Tag haben wir das "Municipalite de la Ville de Rabat", das Pendant zu unserem Landtag besichtigt. Der „Landeshauptmann“ und mehrere „Landesräte“ haben Initiativen zur Entwicklung der Stadt und zur Unterstützung von Benachteiligten vorgestellt. Diese reichen von Kultur, Sport, bis hin zur Organisation eines Schülerbusdienstes, der für die Peripherie noch kaum existiert. Es wurde berichtet, dass viele Vereine direkt im Stadtviertel und durch Bürgerinitiativen entstehen. Man findet ein großes soziales Engagement vor. Es wurde auch immer wieder die große Bedeutung des Königs für das Land betont. Er scheint von der Bevölkerung sehr geschätzt zu werden. Dieser appelliert auch klar, an die soziale Verantwortung der Bevölkerung, Flüchtlingen zu helfen und ihnen bei der Sozialisierung in Marokko unter die Arme zu greifen. So gelangt man in Marokko beispielsweise relativ einfach zu einer Aufenthaltsgenehmigung und einer Arbeitserlaubnis, um sich ins gesellschaftliche Gefüge integrieren zu können. Viele Flüchtlinge verfolgen aber ohnehin das Ziel nach Europa zu kommen. Es wurde auch auf die Rolle der Frauen in Marokko eingegangen. Auch wenn vonseiten politischer Vertreter immer wieder betont wurde, dass die Frau eine wichtige Säule der Gesellschaft darstellt, so verfügen Frauen bei weitem nicht über die Freiheiten der Männer. Es gibt zwar punktuelle Aktionen zur gezielten Förderung und Bildung der Frauen, die real gelebte und für die Frauen erlebbare Gleichberechtigung in der Gesellschaft scheint allerdings noch ein weiter Weg zu sein.

Tag 5
Am 5. Tag haben wir die Ortschaft „Fkih Bensalah“ – eine ländliche Ortschaft 4 Busstunden von Rabat entfernt. Nach dem Besuch eines lokalen Vereins, der sich um die Förderung und Unterstützung des Ortes kümmert, gab es eine kurze Besichtigung und Stärkung in einem Betrieb, der Olivenöl produziert. Der Besitzer lebte eine gewisse Zeit in Italien, holte sich Maschinen und Know how und baute in Fkih Bensalah die Fabrik auf. Die größten Herausforderungen sind fehlende Arbeitsplätze und fehlende Infrastrukturen. Die Häuser verfügen weder über fließendes Wasser, noch über Strom.

Tag 6
Der letzte Tag wurde jeweils mit der Gastfamilie in Rabat verbracht. 
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