Instant Acts

Instant Acts gegen Gewalt, Rassismus und Islamophobie

Das Projekt

INSTANT ACTS gegen Gewalt, Rassismus und Islamophobie ist ein internationales Theaterprojekt der kulturellen Jugendbildung, das seit 1993 jeweils im Herbst Projekttage überwiegend im ländlichen Raum initiiert.

Das internationale Ensemble von INSTANT ACTS besteht aus jungen Künstlern, die jedes Jahr weltweit neu ausgesucht werden. 

Workshopkonzepte werden aufeinander abgestimmt; Szenen, Choreographien und Kompositionen zum Thema Menschenrechte, Islamophobie, Gewalt und Rassismus, werden vorbereitet und zu einer Action-Show mit Lifemusik zusammengefügt.

Die professionelle Bühnenshow ist dabei Höhepunkt und Abschluss eines Projekttages für Jugendliche in Schulen, Jugendzentren, Theatern und Jugendgefängnissen. Zu Beginn des Tages erhalten bis zu 150 Jugendliche die Möglichkeit, sich eine/n Künstler/in auszusuchen und aktiv mit ihr/ihm zu arbeiten. Beatbox, Breakdance, Jonglieren, Körpertheater, Parkour, Rap, Singen, Theater, Trommeln, Zirkusgymnastik sind Beispiele von künstlerischen Ausdrucksformen, die sich stark an aktuellen Jugendkulturen orientieren und mit denen „Fremdheit“ und „Aggression“ thematisiert und bearbeitet wird – auch ohne gemeinsame Sprache.

Das Projekt ist vielschichtig aufgebaut, hat Tempo und nimmt jeden mit. Eine fröhliche Künstlerfamilie unterschiedlichster Menschen, Religionen, Lebensläufe beeindrucken die Kids von Anfang an. Besonders die liebevolle Art des Umgangs untereinander wirkt ansteckend. Besondere Merkmale sind: multikulturell, innovative Begegnungsformen, interdisziplinäre Theater- und Kunstformen, kulturelle Präventivmaßnahme, praxisnahe Umsetzung.

Das Lernen findet auf gleicher Ebene mit dem Lehrer statt: über Zuhören, Zuschauen, Geduld, Ausdauer, Spaß, Tempo, Disziplin und Erfolgserlebnisse; in der Hauptsache über Emotionen, also eine Art emotionales Lernen. Deshalb bleiben die Prozesse und Erlebnisse auch sehr lange in Erinnerung und wirken nachhaltig.

Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren lernen mit konkreten künstlerischen Angeboten eine fremde Kultur kennen. Das hilft gegenseitige Achtung aufbauen und Frust spielerisch abbauen. Die Jugendlichen werden befähigt, Unterwerfungszumutungen abzuwehren bzw. andere nicht zu unterwerfen. Damit kann eine größere Akzeptanz und Respekt vor Ausländern und ethnischen Minderheiten, sowie vor körperlich Schwächeren und Behinderten erreicht werden.

Durch die Teilnahme am Projekt lernen die Jugendlichen sich selbst neu kennen. Anfangs vielleicht noch skeptisch oder abweisend, erfahren sie Entscheidungsfreude, Disziplin, Motivation und die Überwindung von Angst und Scham. Das Projekt trifft die Sprache der Jugend, überzeugt durch die Vielfalt der Angebote, das Temperament und Professionalität sowie Unkompliziertheit der Künstler im Umgang mit den Jugendlichen während der Workshops und im Abendprogramm.

Die Künstler gehen mit dem Projekt dahin, wo die Jugendlichen sind – und ihnen nicht entwischen können. Mag die Ablehnung anfangs noch so groß sein, sie dreht sich meistens schon innerhalb weniger Minuten ins Positive. Es ist der Respekt, den man den fast gleichaltrigen Künstlern zollt. Und es ist das ehrliche Interesse, mit den Künstlern kommunizieren zu wollen, auch wenn sie kein deutsch sprechen. Man benutzt „Hände und Füße“, was sehr lustig ist und gleichzeitig die Atmosphäre lockert. Oder es ist die erste Chance, seine Englisch- oder Französisch- Kenntnisse auszuprobieren.

Und es gibt ein gemeinsames Ziel – die Präsentation der Workshopergebnisse. Niemand will sich blamieren und versucht die Workshopzeit möglichst gut zu nutzen. Kurze Szenen, Choreographien oder Lieder werden vor allen Teilnehmern aller Workshops gezeigt. Und das freiwillig. Trotzdem gibt es kaum jemanden, der nichts zeigen will. Es ist nicht einfach die Angst zu überwinden und sich zu zeigen, der Applaus belohnt jedoch die Überwindung und sorgt für Selbstbewusstsein.