Familien in Südtirol mit Kindergarten- und Schulkindern sind am Anschlag. Was verlässlich organisiert und politisch abgesichert sein müsste, wird im Alltag auf Eltern abgewälzt: von gravierenden Betreuungslücken über unzureichende Nachmittagsangebote bis hin zu teuren Sommer-Flickenteppichlösungen und gestrichenen Lehrausflügen und Schulprojekten – Familien kompensieren das mit täglichem Taxi-Spielen, teuren Privatangeboten, beruflichen Einschränkungen, ständiger finanzieller Improvisation und permanenter Mehrfachbelastung. Was als Privatsache abgetan wird, ist in Wahrheit ein familien- und bildungspolitisches Versäumnis.
Wir kennen die Folgen: Erschöpfung, Braindrain, Kinderlosigkeit und Altersarmut für Frauen. Aber solange Familien still auffangen, was ein Sozialstaat verlässlich absichern müsste, bleibt politische Veränderung aus.
Deswegen fordern wir mit einer Kinder- und Familiendemo am 16. Mai eine ernsthafte Politik, die Familien und Kinder in den Mittelpunkt stellt. Familien zu entlasten muss ein politisches Ziel sein – nicht eine private Dauerleistung von Eltern!
Wir gehen für drei zentrale Handlungsfelder auf die Straße:
KINDERGARTEN!
Kleine Kinder brauchen ganzjährig Kontinuität, verlässliche Bezugspersonen und stabile Strukturen. Familien brauchen Planbarkeit.
Schluss mit teuren Flickenteppichlösungen, die nicht kindgerecht sind und an den Bedürfnissen der Familien vorbeigehen. Schluss mit immer höheren Kindergartenkosten, Verlängerungsangebote müssen leistbar bleiben!
SCHULE!
Alle Kinder haben ein Recht auf gute Nachmittage - leistbar, inklusiv und altersgerecht. Kein zusätzlicher Frontalunterricht, sondern Sport, Musik, Kreativität, Spiel, Förderung und soziale Begegnung. Die Verantwortung für kindgerechte Nachmittage darf nicht allein bei den Familien liegen und vom Geldbeutel, vom Fahrdienst oder von den zeitlichen Ressourcen der Eltern abhängen. Es braucht verlässliche Zusammenarbeit zwischen Schule, Vereinen, Musikschulen und weiteren Betreuungspartnern.
RENTE!
Wer sich kümmert, muss in der Rente abgesichert sein. Wer Kinder betreut, Angehörige pflegt und unbezahlte Care-Arbeit leistet, darf im Alter nicht benachteiligt werden. Wir fordern die Ausweitung der regionalen Absicherung für Care-Arbeitende!
Gleichzeitig soll die Kinder- und Familiendemo Raum für weitere Anliegen und Forderungen bieten, die von einzelnen Personen und Organisationen eingebracht werden. Es geht darum, gemeinsame Sichtbarkeit zu schaffen. Die Familiendemo ist ein offenes zivilgesellschaftliches Vorhaben – ohne einzelne Trägerorganisation und ohne Hierarchie.
Damit alle, die Interesse haben, unkompliziert dazukommen und sich einbringen können, laden wir zu einem einmaligen Online-Austauschtermin ein:
Online-Austausch: 14.04.2026 um 19:00 Uhr:
https://teams.live.com/meet/9328842990554?p=l88xI4pCpQnqIR5LpM
Wir stellen kurz das Vorhaben vor und besprechen, wie sich Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen einbringen können.
Bitte merkt euch schon jetzt den Termin vor:
- Familiendemo am 16. Mai 2026
- um 10 Uhr
- auf dem Silvius Magnagoplatz in Bozen.
Wir freuen uns sehr, wenn ihr euch den Termin vormerkt und die Einladung in eure Netzwerke weitertragt.
Eine Initiative von:
Barbara Plagg, Heidi Flarer, Doris Albenberger, Ingrid Kapeller, Christa Ladurner
Wir, die Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste, bewerben diese Veranstaltung. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte direkt an den jeweiligen Veranstalter.