Passeirer Jugendliche in Polen

Projektbericht zu PROMEMORIA_AUSCHWITZ – Reise der Erinnerung

Jährlich nehmen ca.800 Jugendliche aus Südtirol, dem Trentino, weiteren Regionen Italiens und aus Tirol an dieser nicht einfachen und sehr einprägsamen, zweisprachigen Bildungsreise teil. Die 15-stündige Zugfahrt nach Polen und die dortige Besichtigung des Oskar Schindler Museums, des jüdischen Ghettos in Krakau und des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau, sind die wichtigsten Stationen der Reise. Die Erfahrungen rund um den Zweiten Weltkrieg werden mit der Gegenwart verknüpft, um so das Bewusstsein und die Verantwortung für aktuelle Themen wie Zivilcourage und Engagement gegen Rassismus zu wecken. Die Südtiroler Delegation wurde u. a. vom Landesrat für Kultur und Bildung Philipp Achammer und der Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste am 31.01.2019 in Bozen begrüßt und auf die Reise geschickt.

„Die Reise ist vom Anfang bis zum Ende vollends durchplant. Sie veränderte meine Denkweise über dieses Thema aufgrund der vielen Augenmomente in Schindlers Fabrik und dem Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.“ – Lorenz Hofer, 17 Jahre aus St. Leonhard

Von den insgesamt 165 Südtirolern waren heuer auch sechs Teilnehmer aus dem Passeiertal beim Projekt „Reise der Erinnerungen“ mit dabei. Thomas Schölzhorn vom Jugendbüro Passeier begleitete die Gruppe Burggrafenamt/Vinschgau als Tutor und Organisator. Thomas konnte die Passeirer Jugendlichen heuer bereits zum zweiten Mal bestmöglich unterstützen, sie auf der Reise begleiten und bei diversen Vortreffen auf das Bevorstehende vorbereiten.

„Es war für mich ein unvergessliches Erlebnis. Ich würde die Reise auf jeden Fall wieder machen, denn es hat meine Sichtweise um einiges verändert und ich nehme meine Mitmenschen ganz anders wahr.“ – Sophie Wilhelm, 17 Jahre alt aus St. Leonhard

Das Projekt beinhaltet drei wichtige Phasen. Mehrere Vortreffen, bei denen Geschichte und Erinnerung vermittelt werden und der Zusammenhalt der Gruppe gestärkt wird. Die sechstätige Reise nach Krakau in Polen und zum Schluss zwei Nachtreffen, welche heuer in Toblach und Trient stattfinden.

Der „Zug der Erinnerung“ ist jedoch mehr als bloß eine Reise in die Vergangenheit und eine Auseinandersetzung mit historischen Fakten. Jugendliche verschiedener Sprachgruppen bekommen die Möglichkeit, sich diesem dunklen Kapitel der Geschichte gemeinsam zu nähern, dieses eigenständig und in der Gruppe zu erfassen und zu reflektieren.

„Diese Reise ist für mich eine sehr wertvolle Erfahrung, denn sie dient nicht nur dazu, in die Vergangenheit zu blicken, sondern vielmehr dazu, bewusster die Gegenwart wahrzunehmen und nach vorne in die Zukunft zu schauen. Jedes Jahr fahren unzählige Jugendliche gemeinsam nach Polen, um diese Erfahrung zu machen; unser Ziel ist es nun, diese Erfahrung anderen näher zu bringen, um immer mehr Reisende im Zug begrüßen zu dürfen.“ – Silvia Schweigl, 19 aus St. Martin

Beim Nachtreffen in Toblach wird die Gruppe das Erlebte nochmals gemeinsam besprechen und versuchen es weiter zu verarbeiten. Die Passeirer Gruppe wird zusammen mit dem Jugenddienst versuchen auch in Passeier eine Aktion über das Erlebte zu organisieren, um der nachkommenden Generation zum Einen das Projekt vorzustellen und auf die Möglichkeit der Partizipation hinzuweisen, und zum Anderen einen Beitrag „gegen das Vergessen“ zu leisten. Für diesen noblen Ansatz zollen wir ihnen bereits jetzt Anerkennung verbunden mit einem großen Dankeschön.

„Wir sind als Fremde nach Krakau gefahren und als Freunde zurückgekommen.“ - Annalena Schwarz, 17 aus St. Leonhard

Konrad Pamer
Projektbericht
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