​Jugenddienste und die „Corona-Pandemie“: Ein Blick zurück und ein Blick nach vorne

Das Corona-Virus stellte uns alle vor neuartige Herausforderungen. Die Gefährdung und die
Sicherheitsmaßnahmen waren und sind ernst zu nehmen, gleichzeitig galt es für die Jugenddienste mit kühlem Kopf zu überlegen, wie auch weiterhin junge Menschen begleitet werden können. Kaum war die erste Schockstarre des Lockdowns überwunden, reagierten die Jugenddienste unglaublich schnell und vielfältig auf die Situation: vor Ort wurde auf den Bedarf der jungen Menschen reagiert, in den verschiedensten Handlungsfeldern der Jugenddienste wurden Angebote aufgrund der Bedürfnisse geschaffen. Die vielen Meldungen, Ideen und Projekte, die entstanden, zeigten die Flexibilität und Kreativität auf unbekannte Herausforderungen mit neuen Ansätzen und Lösungen zu reagieren und das Anliegen der Jugenddienste, jungen Menschen bei der Gestaltung ihres Leben durch qualifizierte Unterstützung und Begleitung zur Seite zu stehen. Sie zeichneten aber auch ein Bild einer verantwortungsbewussten Jugend.
 
Jugendarbeit macht Mut
 
Jugendarbeit ist Beziehungsarbeit. Sie begleitet Freude und Leid, Konflikte und
Perspektiventwicklung und gibt Impulse fürs Handeln. Die Angebote der digitalen Jugendarbeit waren für Kinder und Jugendliche äußerst wichtig, da ihre Netzwerke in der Krise vielfach eingebrochen sind. Angebote im Netz ersetzen jedoch nicht das “wirkliche” Leben, und doch, mit Ideenreichtum fanden die Jugendarbeiter*innen viele Kanäle zu den jungen Menschen und hatten ein offenes Ohr für die verschiedenen Belange, auch für jene, die es in dieser Zeit besonders schwer hatten. Generationenübergreifende Projekte mit Partnern wie den Altersheime wurden aufgebaut - egal ob dies Briefe und Bilder für die Bewohner*innen im Altersheim oder Unterstützung von älteren Personen bei Unterhaltung mittels Videochat, das Surfen im Internet oder das Abrufen aktueller Nachrichten – die digitale Welt ist fast grenzenlos.
 
Netzwerke auf lokaler Ebene und landesweit sind unabdingbar
 
Die Netzwerke, sei es auf lokaler Ebene, aber auch auf Landesebene spiel(t)en auch in dieser Zeit eine tragende Rolle in der Arbeit der Jugenddienste: Gemeinsam mit Jugendgruppen und verschiedenen Partnern wie Vereinen, Gemeinden, Pfarreien, aber auch innerhalb der 20 Jugenddienste wurden rasch neue Arbeitsweisen umgesetzt. Für die Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste (AGJD), dem Zusammenschluss der 20 Jugenddienste, galt es mehr denn je die Jugenddienste zu begleiten, so dass diese vor Ort ihre Tätigkeit bestmöglich ausüben können. Durch die funktionierenden Netzwerke konnten in kürzester Zeit gemeinsame Projekte geschaffen werden und der Austausch und Halt hat gezeigt, wie wichtig es ist, am gleichen Strang zu ziehen und sich gegenseitig zu (unter)stützen.
 
Mehrfachbelastung der Jugenddienste

Die ehrenamtlichen Vorstände und die Geschäftsführer*innen der Jugenddienste trugen und tragen nun eine Mehrfachbelastung: vor Ort weiterhin bestmögliche Rahmenbedingungen für die Jugendarbeit zu schaffen, um so für junge Menschen DA zu sein, aber gleichzeitig die Herausforderung, die Arbeitsplätze der Mitarbeitenden zu halten und für die Zukunft zu sichern, Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten und die Verantwortung für dies alles zu tragen. Dies waren auch Gesprächspunkte in einem Austausch mit dem zuständigen Landesrat Philipp Achammer und der Direktorin des Amtes für Jugendarbeit Helga Baumgartner.
Bedürfnisse von jungen Menschen auf allen Ebenen berücksichtigen Corona bedeutete auch, Initiativen und Projekte, die bereits seit Monaten geplant waren, neu zu denken und an die Sicherheitsmaßnahmen anzupassen. Die Neuorganisation der Sommerprojekte der Jugenddienste, die zum einen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachse Erfahrungs- und Begegnungsraum sind, aber auch für viele junge Menschen einen Sommerjob mit sich bringen, waren/sind eine riesen Herausforderung. Leichter ging es mit der geplanten Frühjahrstagung der Jugenddienste, die kurzerhand online stattfand: Die Frühjahrstagung ist ein Puzzleteil in der Auseinandersetzung, welche bereits im Januar bei der AGJD-Vollversammlung begann, künftige Herausforderungen gut und gemeinsam im Sinne zur Unterstützung von jungen Menschen bewältigen zu können. In verschiedenen nächsten Treffen und Auseinandersetzungen wird gemeinsam daran gearbeitet, dass die Jugenddienste die Rahmenbedingungen für junge Menschen auch weiterhin so schaffen, um diese in ihrer Entwicklung zu mündigen Persönlichkeiten, die selbstbestimmt und mitverantwortlich ihr Leben und die demokratische Gesellschaft gestalten, zu begleiten. Es zeigt sich immer mehr, dass junge Menschen sich zwar an den Lockdown “anpassten” und fügten, dass jedoch gerade jungen Menschen die Erfahrungswerte fehlen, um Dinge besser einschätzen zu könne und um Krisen langfristig meistern zu können. Ängste, Konflikte zu Hause, das Gefühl, das Dach fällt einem auf den Kopf, machten sich im Laufe der Zeit und auch nach der Lockerung des Lockdowns bemerkbar. In den vielen öffentlichen Diskussionen kamen junge Menschen kaum vor, wenn ja, dann als zu beschulende oder zu betreuende Objekte und nicht als
aktive und eigenverantwortliche Subjekte der Gesellschaft, die auch in der Pandemie-Krise ein Recht auf Teilhabe und Mitbestimmung ihrer Lebensrealitäten haben.
 
Strukturen der Jugendarbeit sind systemrelevant
 
Dieser Herausforderung gilt es nun gemeinsam mit vielen anderen zu begegnen. Um diesen wichtigen sozialen und bildungspolitischen Auftrag jedoch auch langfristig und professionell zu erfüllen, braucht es auch Planungssicherheit. Der Blick darf nicht nur auf den Bedürfnissen der Wirtschaft liegen, es ist nun wichtiger denn je, auch die Jugendarbeit zu stärken, so dass diese auch weiterhin jungen Menschen in ihrer Entwicklung zu mündigen Persönlichkeiten, deren zunehmende Selbstbestimmung und soziale Haltung sich im verantwortungsbewussten Handeln in der Gesellschaft widerspiegelt, zur Seite stehen können.

PM für die z.B. 
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