Jugendtheater "der Neue"

Jugendtheater "der Neue" - zum Thema Mobbing und Ausgrenzung in Moos
 
Das Jugendbüro Passeier organisiert jedes Jahr in Zusammenarbeit mit dem Amt für Jugendarbeit des Landes ein Jugendtheater zu aktuellen und brisanten (Jugend)Themen. Heuer war das Thema Mobbing und Ausgrenzung dran. Am Montag, den 18.03.2019 fand im Bürgersaal von Moos das Jugendtheater „der Neue“ – ein Schauspiel rund um die Themen Ausgrenzung, Mobbing und das wieder Zusammenfinden in unserer vielfältigen Gesellschaft statt. Das Theaterstück von und mit Beate Albrecht sollte vor allem Jugendliche, aber auch Erwachsene über das leider sehr aktuelle Thema zum Nachdenken anregen und sensibilisieren.

Im Stück ging es darum, dass der Mitschüler namens Linus verschwunden war. Die Mitschüler Crissy und Leon wussten scheinbar mehr, hielten aber den Mund, um ihre Clique zu schützen. Ina Freudenberg, ihre Lehrerin im Stück wollte sich erst später darum kümmern, denn an diesem Tag war Projekttag an der Schule. Auf einmal tauchte Beppo, der Neue auf, von dem man nichts Genaues wusste, ihm aber alles zu- und vor allem misstraut. Der entschiedenste Grund dafür war mit Sicherheit, dass er ganz anders aussah als die anderen Schüler. Schnell machten Vorurteile und sog. „Fake News“ die Runde. Beppo störte das nicht, er war gekommen um Linus' Ball zu holen, denn sie wollten gemeinsam Basketball spielen. Auf einmal wollte die Lehrerin mehr wissen und schon waren Zuschauer und Schauspieler mitten in einer Geschichte, in der es um Sieger und Verlierer, Macht und Ohnmacht ging. Sie machte sich mit Crissy und Leon auf die Suche nach Linus, eine Suche, die in Beppos Welt führte. In eine Welt "in der es nur Gewinner gibt", so sagte Beppo im Stück. Um Linus wieder zu finden und eine respektvolle Freundschaft zu leben mussten beide Seiten miteinander konfrontiert, Verständnis und Offenheit füreinander zeigen. Anrührend war dabei vor allem die Wandlung der Schülerin Crissy von der aggressiv-angstbesetzten Verteidigerin der Cliquenhierarchie zur sich selbst in Frage stellenden Mitfühlenden.
 
Besonders am Stück war, dass nicht Täter und Opfer in ihrer vielschichtigen Analyse im Fokus standen, sondern diejenigen, die dazwischen stehen, die mitlaufen und damit die Aufrechterhaltung des Systems erst ermöglichen! Und so diente auch der Neue hier nicht, wie vielleicht zu erwarten gewesen wäre, als schlichtes Mobbingopfer. Stattdessen tauchte er einfach auf – und stellte allein dadurch die bisher geltende Ordnung in der Schulclique auf den Kopf. Szene für Szene legte das Stück frei, was in der Clique passiert war, bevor der Neue kam. Bemerkenswert war, dass die Performer immer wieder den direkten Kontakt zum Publikum suchten und die Jugendlichen ansprachen. „Welche Erfahrungen habt ihr mit Mobbing an eurer Schule?“, fragte die Lehrerin – und die Zuschauer durften tatsächlich antworten. Es entstand eine Diskussion rund um das Thema und man merkte wie emotional das Thema besetzt war. Die Inszenierung beruhte nicht auf die Darstellung von simplem Hin-und-Her-Geschubse, sondern zeigte spannend auf, dass es sich bei Mobbing viel mehr um ein systemisches Problem handelt.

Wie jedes Jahr boten die Darsteller eine hervorragend professionelle schauspielerische Leistung, die sehr nah an der jugendlichen Lebenswelt war. Das Stück war ein voller Erfolg und kam beim Publikum sehr gut an. Die atemberaubende Vorstellung hat die vielen Zuschauer (jung und alt) gefesselt und zum Nachdenken gebracht. Im Anschluss gab es noch eine Diskussionsrunde bei welcher Fragen, aber auch Stellungsnahmen und Meinungen Platz gefunden haben. Beate und ihr Team haben den Anwesenden ans Herz gelegt, bei Mobbing und Ausgrenzung nicht einfach wegzuschauen oder gar mitzumachen, sondern sich den Mut zu nehmen nicht mitzumachen und dazwischen zu gehen. Denn nur so kann man Mobbing aufdecken und in vielen Fällen verhindern. Nach dem Gespräch konnten sich die Besucher am großen Buffet, welches von der katholischen Jugend von Moos organisiert wurde, gegen eine freiwillige Spende bedienen.
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