Europäischer Drogenbericht | Trends und Entwicklungen 2021

Drogenhandel stieg während Corona vermehrt auf digitale Kanäle um
 
Am 9. Juni wurde in Lissabon der aktuelle Drogenbericht der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle EMCDDA (European Monitoring Center for Drugs und Drug Addiction) veröffentlicht. Dieser beruht auf einer Analyse europäischer und nationaler Daten zu illegalen Drogen. Auch wenn von Land zu Land zum Teil sehr unterschiedlich Werte erhoben wurden, lässt sich sagen, dass Cannabis nach wie vor die mit Abstand am weitesten verbreitete und am häufigsten konsumierte illegale psychoaktive Substanz in Europa ist. Marihuana, Haschisch und andere Cannabisprodukte werden etwa fünfmal so häufig konsumiert wie andere illegale Substanzen. Vor allem der Konsum von Cannabiskraut (Marihuana) hat laut EMCDDA in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen, während der Konsum von Cannabisharz abgenommen hat. Zudem konnte man im Langzeittrend eine deutliche Erhöhung des THC-Gehalts in den sichergestellten Mengen feststellen. Laut EMCDDA betragen die Werte meist zwischen 20 und 28 Prozent. In Summe wird geschätzt, dass rund 22 Millionen Menschen (15-64-Jährige) im vergangenen Jahr zumindest einmal Cannabis konsumiert haben. Das entspricht 7,7 Prozent. Der Anteil der jungen Erwachsenen (15- bis 34-Jährige) ist dabei höher als bei anderen Altersgruppen und beträgt 15,4 %.

Deutlich niedrigere Werte werden für die Jahresprävalenz von Kokain (1,2 %), MDMA (Ecstasy, 0,9%) und Amphetaminen (0,7%) gemeldet, wobei auch bei diesen Drogen tendenziell höhere Reinheitsgrade als in der Vergangenheit festgestellt wurden. Die Verwendung von Heroin und anderen Opioiden ist zwar laut EMCCDA nach wie vor relativ selten, doch sind dies nach wie vor jene Drogen, die am häufigsten mit schädlichen Formen des Gebrauchs, einschließlich der Injektion, einhergehen. Rund 1 Million Menschen in Europa, das sind etwa 0,35 % der 15- bis 64-Jährigen, zählen laut Bericht zu den Hochrisikokonsumenten von Heroin und anderen Opioiden. Opioide waren demnach an 76 % der rund 5.100 tödlichen Überdosierungen beteiligt, die in der Europäischen Union für 2019 gemeldet wurden.

Betrachtet man Gesamtsituation im Bereich der illegalen Drogen, so geht die Drogenbeachtungsstelle davon aus, dass grundsätzlich mehr Männer als Frauen illegale psychoaktive Substanzen konsumieren (50,6 Mio. Männer vs. 32,8 Mio. Frauen).

Was die Verfügbarkeit und den Handel mit illegalen Substanzen betrifft, habe sich laut EMCDDA der organisierte Drogenhandel relativ rasch auf die geänderten Rahmenbedingungen eingestellt, die im Vorjahr aufgrund der Corona-Pandemie entstanden sind. So wurde aufgrund mangelnder Absatzmöglichkeit im Straßenhandel vermehrt auf den Einsatz von verschlüsselten Nachrichtendiensten, Social-Media-Plattformen, Online-Quellen sowie Post- und Heimzustelldiensten gesetzt. Wobei zu Beginn der Pandemie bzw. während der Lockdowns offenbar etwas weniger konsumiert wurde, z.B. im Bereich der typischen Partydrogen wie Ecstasy. Nach den Öffnungsschritten nahm auch der Konsum der Substanzen wieder zu. Diesen Schluss lassen zumindest die Analyseergebnisse aus den Abwässern von 50 europäischen Städten zu.
 
Den vollständigen Drogenbericht gibt es hier:
European Drug Report 2021: Trends and Developments | www.emcdda.europa.eu
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