Institut für Jugendkulturforschung

Corona - Über das Erwachsenwerden in einer gespaltenen Gesellschaft

Das neue Buch von Prof. Bernhard Heinzlmaier:
GENERATION CORONA
ÜBER DAS ERWACHSENWERDEN IN EINER GESPALTENEN GESELLSCHAFT


Inhalt:
Wir leben in der Zeit des Aufstandes der Reichen gegen die Armen. Nicht nur das materielle Gefälle zwischen Arm und Reich, Unten und Oben, wird immer größer. Die Mittel- und Unterschichten werden auch immer stärker im öffentlichen Diskurs marginalisiert. Niemand hört ihnen zu. Sie werden „gesilenced“ oder überheblich belehrt und ins rechte Eck gestellt, wenn sie einmal ihren ganzen Mut zusammennehmen und sich zu Wort melden. 

Die Macht über die öffentliche Meinung haben Universitätsabsolventen und Studierende an sich gerissen. In den Medien und in der Politik dominieren Akademiker und Intellektuelle. Die Nicht-Bildungs-Privilegierten, die sich noch in linken Parteien oder Gewerkschaften engagieren, merken schnell, dass sie dort nicht für ihre eigenen Interessen eintreten, sondern lediglich für die der Funktionäre und Führungskader. Sie stabilisieren die Macht von politischen Eliten, die nur schöne sophistische Worte für sie haben und die sich davor drücken, materielle politische Maßnahmen, die im Interesse der Mittel- und Unterschichten wären, durchzusetzen. Migrationsfrage, Mindestlohn, Zwei-Klassen-Schul- und Gesundheitssystem, Wohnbau und kämpferisches Eintreten für Scheinselbständige und prekäre Beschäftigte bei Uber, Amazon und Lieferdiensten – alles Fehlanzeige. Anstelle dessen gibt es Corona- und Klimapanik mit angeschlossener Chaospolitik, Elitenförderung an Schulen und Universitäten, Steuergeschenke für die Superreichen, Gewerkschaftspolitik im Interesse von privilegierten Spitzenbeamten, Nationalbankbeschäftigten, der Arbeiteraristokratie in den alten Industriekonzernen und obendrauf noch weltfremde Identitätspolitik für Minderheiten. Auf der Strecke bleibt die große Mehrheit der Durchschnittsverdiener und der abgekoppelten sozialen Unterschichten. Viele von ihnen haben sich bereits völlig von der Politik zurückgezogen. Das zeigt sich an der stetig sinkenden Wahlbeteiligung. Bei den letzten Wahlen in Wien gaben nur mehr 65 % der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, bei den Kommunalwahlen in Frankreich nur mehr ein Drittel.

Politisch völlig frustriert sind besonders die Jugendlichen aus der Mitte und dem unteren Drittel der Gesellschaft. Sie gehen auf Distanz zur Politik. Politische Appelle verhallen ungehört, zum Beispiel wenn es um Corona-Maßnahmen geht. Vor allem Mittel- und Unterschichten stehen dem Staat insgesamt skeptisch gegenüber. Der Staat ist nicht ihr Staat, es ist der Staat der wirtschaftlich Privilegierten und der Bildungseliten. Maskenpflicht, Social Distancing, Eventverbote und die Schließung von Geschäften, Nachtlokalen und Diskotheken werden überwiegend abgelehnt. Und die Impfbereitschaft ist nach wie vor gering.

Das Buch schildert die unterschiedliche Betroffenheit von privilegierten und nicht-privilegierten jungen Milieus in der Corona-Krise und der kommenden Post-Corona-Zeit. Es zeigt, dass die, die bisher wenig hatten, durch Corona nun noch weniger haben, und dass das Tischtuch zwischen der privilegierten Klasse und den Mittel- und Unterklassen nun endgültig zerschnitten ist. Während die Kinder der Privilegierten weiter frei, unabhängig und egogetrieben leben wollen und durchaus risikoaffin sind, streben die Mittel- und Unterklassen nach einer Gesellschaft, die Sicherheit, Ordnung und mehr Gleichheit garantiert. Die individualistischen Wachteln des oberen Gesellschaftsdrittels stehen gegen die gemeinschaftlichen und das kleine Glück in einfachen und geordneten Verhältnissen suchenden Pinguine. Zukunfts- und erfolgsorientierte Risiko-Typen gegen traditionsorientierte Sicherheits-Typen wird das entscheidende gesellschaftspolitische Match der Nach-Corona-Jahre sein. Wie das Spiel laufen könnte und worum es dabei gehen wird, versucht dieses Buch zu beschreiben.

Der Autor:
Prof. Mag. Bernhard Heinzlmaier ist seit über zwei Jahrzehnten in der Jugendforschung tätig. Er ist Mitbegründer des Instituts für Jugendkulturforschung und seit 2003 dessen ehrenamtlicher Vorsitzender. Hauptberuflich leitet er das Marktforschungsunternehmen tfactory in Hamburg.
 
Das Buch kann hier bestellt: 
kwohltran@jugendkultur.at
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