Promemoria
Auschwitz

​Nachbericht Promemoria_Auschwitz 2025/2026

Das Projekt Promemoria_Auschwitz: Reise der Erinnerung ist mehr als eine gewöhnliche Bildungsreise. Auch nach all den Jahren bleibt es für uns eine Erfahrung, die nachwirkt – in Gedanken, Gesprächen und im eigenen Blick auf unsere Gesellschaft.
 
Auch die Rückmeldungen der jungen Menschen zeigen das deutlich: Als wir durch das Gelände gingen, wurde Geschichte plötzlich greifbar. Orte, die man sonst nur aus Büchern oder Videos kennt, standen direkt vor uns. Die zurückgelassenen Gegenstände, die Namen der Opfer und die stillen Räume machen deutlich: hinter den unfassbaren Zahlen stehen einzelne Menschen, einzelne Geschichten und zerstörte Leben.
 
Gerade für junge Menschen ist diese Erfahrung von besonderer Bedeutung. Geschichte wird gespürt. Viele haben sich gefragt: Wie konnte es so weit kommen – und was hat das mit uns heute zu tun?
 
Diese Frage begleitet uns auch über die Reise hinaus – schon im Vorfeld und besonders nach der Rückkehr. Wir leben in einer Zeit, in der gesellschaftliche Spannungen, Ausgrenzung und Hass wieder sichtbarer werden. Politische Debatten werden schärfer, manche Begriffe und Forderungen, von Ausgrenzung bis hin zu Ideen wie „Remigration“, zeigen, wie schnell Menschen wieder in Kategorien eingeteilt werden.
 
Gleichzeitig erleben wir weltweit Konflikte und Kriege – vom Krieg im Nahen Osten bis zu neuen geopolitischen Spannungen – die viele junge Menschen verunsichern und Fragen nach Verantwortung, Menschenrechten und internationaler Solidarität aufwerfen.
 
Gerade deshalb ist Erinnerungsarbeit nicht nur ein Blick zurück, sondern auch ein Auftrag für die Gegenwart. Sie erinnert uns daran, wie wichtig Demokratie, Menschenwürde und gegenseitiger Respekt sind – und dass diese Werte nie selbstverständlich sind.
 
Ein zentraler Teil dieser Reise ist der gemeinsame Austausch. In Gesprächen, Diskussionen und auch in stillen Momenten wurde deutlich, dass Erinnern auch Verantwortung bedeutet: die Verantwortung hinzuschauen, Fragen zu stellen und sich gegen Ungerechtigkeit zu stellen. Daran werden wir auch beim Nachtreffen in Toblach Mitte April anknüpfen.
 
Als Jugendarbeit sind uns solche Projekte besonders wichtig. Sie ermöglichen jungen Menschen, sich kritisch mit Geschichte auseinanderzusetzen, eigene Perspektiven zu entwickeln und Haltung zu zeigen. Begegnungen mit historischen Orten schaffen Erfahrungen, die ein Klassenzimmer allein kaum vermitteln kann. Sie eröffnen Räume für Austausch, Reflexion und auch für Zweifel und Fragen.
 
An der diesjährigen Reise der Erinnerung nahmen über 400 junge Menschen aus Südtirol, dem Trentino und dem Land Tirol teil. Auch der grenzüberschreitende Aspekt ist ein wichtiger Teil des Projekts: junge Menschen aus unterschiedlichen Regionen kommen zusammen, tauschen Perspektiven aus und lernen voneinander.
 
Organisiert wurde die Fahrt von der Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste, Arciragazzi, MeTe, Arci del Trentino und Deina, unterstützt von der Autonomen Provinz Bozen, der Autonomen Provinz Trient, der Region Trentino–Südtirol sowie dem Land Tirol.
 
Möglich wird das Projekt auch durch das Engagement vieler Menschen, die freiwillig ihre Zeit einbringen – von Tutorinnen und Tutoren über den Media-Staff bis hin zu zahlreichen Netzwerkpartnern, die junge Menschen auf dieser intensiven Reise begleiten.
 
Die Tage haben uns erneut gezeigt: Erinnern ist mehr als Vergangenheit. Es ist Teil unserer Gegenwart und unserer Verantwortung für die Zukunft. Die Eindrücke aus Auschwitz werden uns noch lange begleiten – als Erinnerung daran, wie wichtig es ist, Menschlichkeit, Demokratie und Zusammenhalt jeden Tag aufs Neue zu leben.
 
Pressemitteilung Start der Reise
Pressemitteilung Promemoria_Auschwitz 2025/26
Flyer
Kontaktperson:
Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste
Verena Hafner
verena@jugenddienst.it

Das Projekt

Promemoria_Auschwitz
2024/2025

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